Auf den 1. Juli 2015 sind Änderungen des Aktienrechtes in Kraft getreten, welche u.a. Inhaberaktien betreffen. Im Gegensatz zur früheren Regelung, gemäss welcher die Eigentümer von Inhaberaktien gegenüber der Gesellschaft weitgehend anonym bleiben konnten, wird diese Anonymität gemäss dem neuen Art. 687 i Abs. 1 OR aufgehoben. Dieser Artikel schreibt vor, dass der Erwerber einer Inhaberaktie, welche nicht an einer Börse kotiert ist, den Erwerb, seinen Vor- und seinen Nachnamen oder seine Firma innert Monatsfrist der Gesellschaft zu melden hat. Der Aktionär hat den Besitz der Inhaberaktien nachzuweisen und sich zu identifizieren.

Im Weiteren regelt Art. 697 lit. l OR, dass die Gesellschaft ein Verzeichnis über die Inhaberaktionäre führen muss. Die Meldepflicht betrifft auch Inhaberaktionäre, die am 1. Juli 2015 bereits Inhaberaktien gehalten haben.

Kommt der Aktionär seinen Meldepflichten nicht nach, ruhen gemäss Art. 697 m OR die Mitgliedschaftsrechte, die mit den Aktien verbunden sind und zwar bis zur erfolgten Meldung.

Diese neue Regelung ist für Inhaberaktionäre äusserst einschneidend. Die Inhaberaktie wird gegenüber Namenaktien, welche weder eine Meldepflicht noch einen Verlust des Dividendenanspruchs kennt, klar benachteiligt. Aktiengesellschaften mit Inhaberaktien wird deshalb dringend empfohlen, entweder die Inhaberaktien in Namenaktien umzuwandeln oder aber im Detail sicherzustellen, dass die Meldepflichten erfüllt werden. Hierfür ist der Verwaltungsrat zuständig und verantwortlich.

Dr. Niklaus Studer, Rechtsanwalt und Notar